Biographie

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Shamil Hasyanzanov (c)

Nach seinem Abschluss an der Russischen Akademie für Theaterkunst — GITIS in Moskau arbeitete Sergej Morozov als Regieassistent beim Bolschoi-Theater und Nowaja-Opera-Theater. Er arbeitete mit solchen bekannten Künstlern wie Dmitri Tcherniakov, Arno Bernard, Oliver Mears, Dmitry Bertman, Georgy Isaakyan, Igor Ushakov, Konstantin Bogomolov, Hartmut Schörghofer, Markellos Chryssicos, Jan Latham-Koenig, Dmitry Jurovsky, Fabio Mastrangelo und Ivan Velikanov zusammen. In der Saison 2018/2019 kuratierte Sergej Theaterprogramme im ZIL-Kulturzentrum (Moskau). Im Jahr 2020 war er als Kurator von der Park-Galerie tätig.

Sergej beschäftigt sich mit dem institutionellen Zusammenwirken. 2020 fand das von dem Auswärtigen Amt Deutschlands unterstützte RAUM SPACE Festival für Gegenwartskunst in Kaliningrad und Berlin statt. Sergej hat eine Reihe von performativen Veranstaltungen „Jugendverein- Studio“ als Teil des Bildungsprogramms der Ausstellung „Jugendverein“ im Jüdischen Museum und Toleranzzentrum in Moskau durchgeführt. Einer der Teilnehmer dieses Programms war der Komponist Igor Yakowenko, der einen Vokalzyklus nach den Werken von Wladimir Majakowski geschrieben hat. Das Recreation Festival war ein sehr erfolgreiches achttägiges Festival, das aus Theater-, Musik-, Bildungsprogrammen und Gegenwartskunstausstellungen bestand. Es wurde von einflussreichen Medien wie Forbes, The Village, kudago.ru, colta.ru und zeh.media unterstützt. Das Recreation Festival war als eine Kooperation des B-A-Z-A-Instituts und des ZIL-Kulturzentrums realisiert. 2019 leitete Sergej Morozov das performative Labor „Out of joint“, das sich dem Thema Zeit und Moderne widmete. Dieses Labor war auch eine Zusammenarbeit des ZIL-Kulturzentrums und des Instituts für zeitgenössische Kunst B-A-Z-A. Zu den Kuratoren dieses performativen Labors gehörten Kunstkritiker und Philosoph Boris Klushnikov, Kunsttheoretiker Egor Sofronov, Tanzkuratorin Katya Ganushina und andere.

Sergej legt einen hohen Wert auf die Gegenwartsmusik im Theater und arbeitet mit verschiedenen KomponistInnen und MusikerInnen zusammen. Dazu gehören Oleg Gudachev, Alexander Margolin, Igor Yakovenko, Anna Pospelova, Claus Lang, Dmitry Kurliandsky, Sergej Nevski, Kirill Shirokov, Kirill Chernegin, Andrey Besogonov, Elizaveta Sanicheva, Antony Svetlichny, Natalia Pshenichnikova, Kristian Kesten, Shelley Hirsch. Sergej Morozov arbeitete als Co-Regisseur und Darsteller mit dem Vokaltheater „La Gol“ zusammen. Er initiierte die Schaffung neuer Musikstücke: Oper „Marya Stavrogina“ (2021), Musical „Leonard und Susanna“ (2019), Oper „Abdrücke“ (2019), Musical „Netochka und Weinachten“(2014).

Im Jahr 2017 inszenierte Sergej die Oper „Arianna in Nasso“ von Nicola Porpora in der Kammeroper Wien (Theater an der Wien) in Zusammenarbeit mit Ksenia Peretrukhina und Alexey Lobanov. Außerdem war Sergej der Initiator und der Produzent der Ausstellung „Diet Mountain Due“ im Theaterfoyer. Diese Ausstellung wurde von Andrey Parshikov kuratiert. In 2018 kuratierte Sergej eine große performative Veranstaltung nach dem Text der Konstitution der Russischen Föderation. Das Projekt „Konstitution“ wurde im Meyerhold-Kulturzentrum in Moskau produziert. In 2019 inszenierte Sergej die Weltpremiere der Oper „Abdrücke“ von Anna Pospelova. Diese ortsspezifische Opernproduktion war ein Teil des Archstoyanie Festivals in der Region Kaluga.

Als Kurator produzierte Sergej Performances im Zentrum für Gegenwartskunst Winzawod, im Jüdischen Museum und Toleranzzentrum, im Staatlichen Architekturmuseum, im NCCA, in der Gary Tatintsian Galerie, in der Belyaevo Galerie, in der Kashirka Galerie, in dem Moskauer Sidur Museum, in der AZ Galerie, in dem Moskauer Darwin Museum, in der Schabolovka Galerie, in der Peresvetov Lane Galerie, in dem Museon Park, in der GROUND Galerie und anderen. Sergej arbeitet als Kurator und Produzent von Ausstellungen in verschiedenen Kulturinstitutionen in Russland und im Ausland.

Im Jahr 2020 wurden Sergej und die dänische Bühnenbildnerin Karin Gille zu Preisträgern des Camerata Nuova Opernwettbewerbs in Karlsruhe, Deutschland. Das performative Projekt „Konstitution“ wurde 2019 für den Sergej Kurechin-Preis nominiert. 2017 wurden Sergej Morozov und seine Kollegin Sasha Alekseeva mit dem internationalen Preis Ring Award ausgezeichnet. Im Juni 2017 präsentierte das Team im Grazer Schauspielhaus ihre Version des ersten Aktes von Donizettis „Don Pasquale“. Außerdem ist Sergej zweifacher Preisträger des von dem staatlichen Theaterverband gegründeten Staatlichen Preises für kreative Jugend, Gewinner des ZIL-Wettbewerbs für kreative Projekte (2013) und Finalist des II. Internationalen Wettbewerbs für junge Opernregisseure Nano-Opera (2015).

Sergej arbeitet als Künstler an den Problemen der Tonobjektivierung. Seine Interessen liegen im Bereich der Phänomenologie der Stimme und der Rolle der Stimme als Medium in der gegewärtigen Kunst. Mit Unterstützung der Cosmoscow Stiftung veröffentlichte Morozov 2020 eine Videoserie unter dem Titel „Die Stimme in der Kunst“. Im Rahmen seiner kuratorischen Projekten entwickelt er auch das Verlagswesen. Sergej unterrichtet als Gastdozent an der Hong Kong Baptist-Universität (HKBU), an der Wirtschaftshochschule (HSE, Moskau) und an der Moskauer Schule für Neue Literatur.